10
Compagnie Heddy Maalem - Österreichpremiere
10.04.10 Festspielhaus Bregenz

„Mais le diable marche à nos côtés”
(„Doch der Teufel geht neben uns”)

Heddy Maalem

„Fritz Hauser und ich schüttelten einander auf dem Place de la Bastille die Hände. Er hatte gerade zu mir gesagt: ‚Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das Archaische oft mit dem ganz Modernen zusammentrifft.’ Wir unterhielten uns über unsere Vorahnung hinsichtlich des Endes der Welt, den Zusammenbruch des Mittelpunktes der Dinge, die starke Ausweitung der Peripherien, unser gemeinsames Gefühl, von den Wellen eines Urmeeres getragen zu sein. Wir teilten unser gesteigertes Bewusstsein der Leere unserer Städte, wo das Bedürfnis nach Inkarnation und Substantiation aufgetaucht ist.

Ich sprach mit Fritz über meinen Wunsch, das Geräusch von großen Trommeln zu hören, den Körper wieder auf die Bühne zu bringen und ihn sprechen zu lassen. Welchen Körper? Denjenigen, der von den Außenbezirken der Städte zu uns kommt, denjenigen, den die Menschheit in Beton konstruiert hat, dessen elektrische Bewegung, dessen törichte Eile, die weiterhin den langsameren Rhythmus der Natur ignoriert. Wir reisen. Die Welt, die ich sehe, läuft auf eine Deklination von kaum wahrnehmbaren Bewegungen hinaus. Fritz kann wie kein anderer deren unangenehme Aufgeregtheit sehen. Wir reisen nicht, wir werden durchquert. Wir werden dieses Stück erarbeiten und es wird ‚Mais le diable marche à nos côtés’ heißen. Es wird vom Anfang einer Welt erzählen, vom unvermeidlichen Ende dieser Welt, in welcher wir leben, und von den Bewegungen, die wir ausführen, wenn wir uns in die Spirale des Heute hineindrehen und -winden.“  Heddy Maalem

Choreographie: Heddy Maalem | Musik: Fritz Hauser | Bühne: Boa Baumann | Licht: Brigitte Dubach | Kostüme: Rachel Garcia | Mit: Iffra Dia, Dramane Diarra, Bintou Dembélé, Yu Erge, Hardo Ka, Milla Koistinen, Keong Swee Lee, Qudus Onikeku, Soile Voima | Uraufführung: 9. März 2010 in La Filature, Scène Nationale/Mulhouse, Frankreich,  Koproduktion von Cie Heddy Maalem – La Filature, Scène nationale – Mulhouse – Centre national de création et de diffusion culturelles Châteauvallon – Centre de développement chorégraphique Toulouse Midi-Pyrénées | Mit der Unterstützung von: L’Association Beaumarchais SACD – La Comédie de l’Est – Centre Dramatique Régional d’Alsace – Le Centre Culturel et de Coopération Linguistique de Pékin – Kulturabteilung Basel-Land. Das Werk wird im Rahmen eines Arbeitsaufenthaltes in La Filature im Februar 2010 erarbeitet. In Kooperation mit der Österreichpremiere Festspielhaus St. Pölten | © Patrick Fabre

„Heddy Maalem ist ein Choreograph, der archaisches Theater und modernen Tanz auf atemberaubende Weise verschmelzen lässt .“
                                                            Joachim Schlömer