
360-Ermäßigung: € 16,- statt € 19,-
Frei nach dem Film La jour de la Jupe; Jean-Paul Lilienfeld
Theater Heute „Stück des Jahres 2011“
Eine Lehrerin versucht ihrer integrationsresistenten Klasse Friedrich Schiller und seine idealistischen Vorstellungen vom klassischen deutschen Theater nahe zu bringen. Trotz aller pädagogischen Leidenschaft fruchtet die ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts nicht.
Doch plötzlich ist eine Pistole im Spiel. Mit vorgehaltener Waffe treibt die Pädagogin ihre Schüler durch die Schillerdramen und feuert sie zu Schiller’schem Pathos ohne türkischdeutschen Akzent an. Und da der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt, wird das Klassenzimmer Bühne.
Mit der Geiselnahme hebt nicht nur ein abgründiger Tanz der Genres vom Thriller über die Komödie zum Melodrama an, sondern auch die lustvolle Dekonstruktion aller vermeintlich klaren Identitäten.
Und siehe da, Schillers Texte klinken sich in diesem Kontext wundersam in die gegenwärtige «Islamdebatte» ein.
«Ich habe große Rechte, über die Natur ungehalten zu sein, und bei meiner Ehre, ich will sie geltend machen. Sie setzte uns nackt und armselig ans Ufer dieses großen Ozeans Welt – Schwimme, wer schwimmen kann, und wer zu plump ist, geh unter!» (Franz Moor in «Die Räuber»)

